Nachhaltiges Kühlen beginnt nicht erst mit der Kältetechnik, sondern bereits in der Planung. Wer die Kühllast eines Gebäudes früh mitdenkt, muss später weniger aktiv kühlen – das spart Energie, Investitions- und Betriebskosten.
In der Praxis wird die Kühlung häufig auf Basis normativer Grenzwerte ausgelegt. Das erfüllt zwar die Normvorgaben, bildet aber oft nur ein Extrem-Szenario ab. Eine Energiesimulation, wie sie auch beim Bau des Viega Seminarcenters zum Einsatz kam, geht einen Schritt weiter: Sie bezieht über einen längeren Zeitraum reale Einflussgrößen ein und macht sichtbar, wann und wo Kühlbedarf tatsächlich entsteht.
Einflussgrößen sind unter anderem:
- solare Wärmeeinträge durch Glasflächen und Ausrichtung
- interne Lasten durch Personen, Beleuchtung und Geräte
- Nutzungsprofile und Belegungszeiten der Räume
- die thermische Speichermasse der Konstruktion
- reale Klimadaten – im Idealfall über mehrere Jahre
Beim hauseigene Best Practice am Attersee konnten durch diese umfassende Energiesimulation die Wärmepumpe kleiner dimensioniert, die Zahl der erforderlichen Tiefenbohrungen reduziert und infolgedessen sowohl Investitions- als auch Betriebskosten gesenkt werden.