Grundsätzlich muss Wasser überall einwandfrei sein – egal ob im Einfamilienhaus oder im Krankenhaus. Der Unterschied liegt aus hygienischer Sicht im akzeptablen Restrisiko: Im privaten Bereich kann ich in der Regel von einem immunkompetenten Menschen ausgehen, der die allgegenwärtigen Mikroorganismen in Staub, Nebel oder Leitungswasser abwehren kann. Im Krankenhaus hingegen haben wir es mit besonders vulnerablen Patienten zu tun – etwa im OP, auf Transplantations- oder onkologischen Stationen, sodass die Bewertung deutlich strenger ausfallen muss.
Hinzu kommt, dass es im medizinischen Umfeld nicht nur um Trinkwasser geht: Wasser spielt eine Rolle etwa bei Hals-Nasen-Ohren-Ärzten oder in der Augenheilkunde, wo aufbereitetes Wasser direkt ins oder ans Auge gespritzt wird, oder auch in der Dialyse, wo hochreine Wässer benötigt werden, weil sie unmittelbar ins Blut gelangen.
Auch bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sowie in der Luftbefeuchtung sind die Anforderungen hoch. Die Herausforderung für Betreiber besteht darin, diese unterschiedlichen Einsatzbereiche korrekt zu bewerten, stetig zu beproben und zu kontrollieren, um zu wissen, wo sie „nachschärfen“ müssen.